Dienstag, 19. Februar 2008

Erfahrungsbericht HVX und Letus35 Extreme

Der nun folgende Bericht schildert meine Erfahrungen vom Kauf des Letus Extreme über Zollfragen, Auffälligkeiten und erste praktische Erfahrungen bei meinem ersten zweiwöchigen Einsatz des Adapters und beantwortet dadurch wahrscheinlich schon einige Fragen, die bei den meisten (potenziellen) Käufern da sind.



Vorweg möchte ich sagen, dass der Letus35 Extreme eine Work-in-Progress-Arbeit ist. Es gibt schon jetzt Unterschiede zwischen dem Adapter, der im September 2007 produziert wurde und dem, den ich im Januar 08 in meinen Händen hielt. Kinderkrankheiten werden geheilt, sozusagen.

Bestellung:

Den Adapter kann man recht einfach über die Seite Letus Direct oder Adapterplace bestellen und online bezahlen.

Ich habe den Extreme mit einem Nikon-Mount und einem zusätzlichen PL-Mount bestellt, damit ich auch mit normalen Filmoptiken arbeiten kann. Dazu war mir die Adapterstütze (Support-Bracket) wichtig, damit nicht das Gewicht des Adapters und des Photoobjektivs auf dem Objektiv meiner HVX lastet, sondern auf einem 15mm-Rohrsystem (Rod Support), das ich vom Ebay-Inder bezogen habe.


Versand und Zoll:

Sobald das Gerät ausgesandt wird, bei mir hat das etwa sechs Wochen gedauert, bekommt man eine Tracking-Nummer über die man sich online über den aktuellen Aufenthaltsort informieren kann. Mit Zollbearbeitung hat der Transport selber etwa eine Woche in Anspruch genommen. Zoll (4-6%) + Einfuhrumsatzsteuer (20%) - und Zollbearbeitungsgebühren (8€) haben bei mir mit 220 Euronen zu Buche geschlagen, die ich beim Empfang der Ware an den Postmann abdrücken musste. Alles in allem habe ich rund 1400€ für den Adapter gezahlt.

Auspacken:

Der Adapter selber ist robust verarbeitet, sehr stabil und gut durchdacht.


Er besitzt zur Kameraseite hin einen bei laufendem Betrieb rot leuchtenden Ein/Ausschalter, mit dem man einen sehr leisen Motor in Bewegung setzt, der die Mattscheibe zum Vibrieren bringt...von außen kann man die Vibrationen auch fühlen, das hat aber keine negativen Auswirkungen auf das Bild, etwa dass dieses in extremen Teleeinstellungen zittern würde. Die Mattscheibe muss übrigens vibrieren, damit die Struktur (die Körnung) der Mattscheibe verschwimmt. Ansonsten würde die Kamera ihr Korn sehen.

Im Gegensatz zum P+S Adapter, bei dem man die Vibrationsgeschwindigkeit mittels Einstellrad bestimmen kann, hat der Letus35 Extreme nur eine Geschwindigkeit, ich würde aber nicht sagen, dass das ein Nachteil ist. Beim P+S Adapter ist es eher verlockend, die „Drehzahl“ herunter zu fahren, weil das so sichtbar werdende Korn echt schön filmisch aussieht. Bei der DVD-Kodierung kann man dann aber echte Probleme bekommen, weil das sich bewegende Korn große Datenraten in Anspruch nimmt. Da die Software nun versucht, das Bild zu glätten, wird es ganz matschig, unscharf und ist dann einfach nicht mehr schön.

In verschiedenen Foren liest man über Staub und Haare im Inneren des Adapters, die schon mitgeliefert werden. Auch ich fand einen dicken Fussel auf der Mattscheibe, ach was, der Fussel war nicht zu übersehen, er fand mich. Das scheint der Preis dafür zu sein, daß man etwa 7000€ weniger für einen Adapter bezahlt. Luftdruckdose auch gleich bestellen ist wohl die beste Lösung, braucht man eh.

Betrieben wird der Adapter mit 2 Mignonzellen, die direkt in das Batteriefach des Adapters eingelegt werden. Raffiniert ist der metallische Deckel des Fachs, der einfach aufgesetzt wird und an vier kleinen Magneten hält, die an den Außenkanten des Batteriefachs angebracht sind. Der Adapter selber ist sehr stromsparend, man kommt locker einen Drehtag mit 2 Akkus aus.

Vor Februar 2008: Die Mounts, die die Nikon-Optiken halten, sind nicht von bester Qualität. Es ist nach dem Aufsetzen des Objektivs ein leichtes Spiel da. Die Optiken sitzen nach dem Einrasten also nicht ganz fest und lassen sich etwas nach links oder rechts drehen. Je schwerer die Optik, desto mehr fällt das natürlich ins Gewicht.

Seit Februar 08 bestückt Letus seine Adapter mit den neuen Nikon-Mounts, die deutlich besser sind. Sie sind auch separat bestellbar und kosten als Update derzeit 59$, Normalpreis ist 99$. Mein neuer Mount hält nun auch ohne Ruckeln und Wackeln meinen großen Sigma-Zoom 70-210mm, der doch immerhin 1,2kg auf die Waage bringt (Stand:04/08).


Aufbau:



Sehr einfaches Prinzip; Dem Objektiv der Kamera entsprechenden Adapterring aufschrauben, dann den Adapter aufsetzen, ausrichten und mittels drei Inbus-Schrauben fixieren. Auf der anderen Seite den entsprechenden Optiken-Mount ebenfalls mit 3 Inbus-Schrauben fixieren und Objektiv aufsetzen. Wenn man mit Rod Support arbeitet, empfiehlt es sich, im Baumarkt einen Torx-Schraubenschlüssel in der Größe 10 zu kaufen, weil man die untere Schraube durch die Rohre fixieren muss. Mit einem kurzen Inbusschlüssel verkratzt man auf Dauer die Lackierung des Adapters.


Problem im Zusammenspiel Letus35 Extreme und HVX:

In verschiedenen Foren wird häufiger über folgendes Problem des Zusammenspiels zwischen Letus Extreme und HVX berichtet, das ich Panasonic Deutschland wie folgt geschildert habe:

Ein Blick durch den Adapter (Still der HVX) verrät das Problem (auf diesem Bild ist rechts und links das Innenleben des Adapters zu sehen, in der Mitte das projizierte Bild auf der Mattscheibe);



Die Mattscheibe ist nicht zentriert abzufilmen, ich muss also weiter einzoomen, um nicht links noch das Innenleben des Adapters zu filmen. Somit büßt das gesamte System an Lichtempfindlichkeit ein, weil im äußersten Telebereich die Lichtempfindlichkeit der Kamera abnimmt. Andererseits verliere ich erhebliche Bildinformationen auf der rechten Seite der Mattscheibe und damit an Qualität, was sich vor allem in der Schärfenabbildung zeigt. Die besten optischen Abbildungseigenschaften eines Objektivs liegen im Zentrum, zum Rand hin wird das Bild nicht nur unschärfer, sondern auch dunkler.

Mein erster Verdacht, daß die Mattscheibe im Adapter vielleicht nicht zentriert ist, konnte ich ad akta legen, als ich den Adapter vom Adapterring genommen habe und in der totalsten Einstellung den Adapterring an der Kamera gefilmt habe. Dieser sollte natürlich an beiden Seiten symmetrisch abgbildet werden, ganz deutlich sieht man aber links mehr von dem Ring als rechts.


Der „Technical Support Engineer“ von Panasonic deutete an, daß man evtl. die OIS-Linse (das ist die Linse, die für die Bildstabilisierung zuständig ist, OIS steht für Optical image Stabilizer, bei Sony und anderen Herstellen sagt man Steadyshot dazu) so versetzen kann, daß das Problem minimiert, bzw. behoben werden kann. Habe das Gerät dann per DHL zum Service nach Wiesbaden geschickt, sie haben die Kosten für den Transport übernommen und oben beschriebens versucht. Das Ergebnis ist, daß der CCD-Block nicht 100%ig an der Stelle sitzt, wo er hingehört. Ein Einstellen der OIS-Linse kann das Ergebnis zwar deutlich verbessern, aber zumindest in meinem Fall nicht komplett ausgleichen. Dennoch ist ein starker Schärfezuwachs zu beobachten.

Praxis:

Von Anfang bis Mitte Februar setzte ich den Adapter zum ersten Mal „ernsthaft“ ein. „Halbzeit“ wird ein patchworkartig geschnittener Film, der Ende Mai 08 im Vorfeld der Europameisterschaft im ORF und SFDRS ausgestrahlt wird. Anhand des Lebenslaufs der Schauspielerin und Musikerin Christina Zurbrügg, die eine Hälfte ihres Lebens in der Schweiz, die andere in Österreich verbrachte, werden die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Länder auf humorvolle Art und Weise dargestellt. Regie führten die Schauspielerin und ihr Lebensgefährte Michael Hudecek gemeinsam.

Hauptsächlich trägt Christinas Stimme aus dem Off den Film, dazu gibt es diverses Bildarchivmaterial, Bilder aus einem „Fernsehstudio“, die ohne Adapter gedreht wurden und letztlich szenisch gedrehte und geleuchtete Geschichten aus ihrem Leben. Diese sind sowohl innen als auch außen gedreht worden, bei Tag und bei Nacht.

Als erstes möchte ich sagen, daß es echt Spaß macht, mit dem Adapter zu arbeiten. Die geringe Schärfentiefe ist ein Traum und wertet das Bild unglaublich auf. Der technische Aufwand mit dem Letus nicht größer, als beim P+S Adapter. Was ich im Verhältnis zum Arbeiten mit dem deutschen Adapter vermisse, ist primär der eine Knopf, mit dem ich zeitgleich Adapter und Kamera auslösen kann und leider fehlt dem Letus35 ein Pin, an den ich ein Massband zum Schärfemessen anbringen kann..


Zur Verfügung standen mir in den meisten Szenen nur meine wenigen, nicht besonders lichtstarken Optiken; 1 Sigma Zoom 28-70mm f2.8, ein Nikon Zoom 70-200mm f3.5-4.0 und zwei Nikon Festbrennweiten 50mm f1.8 und 100mm f2.8.

Mit der Entscheidung für Nikon-Objektive bin ich nicht zufrieden. Das liegt nicht an der Bildqualität, sondern daran, dass die Drehrichtung des Schärferads genau umgekehrt zu der von Filmoptiken ist. Und das ist, wenn man selber schwenkt und schärft, zunächst mal eine Katastrophe. Man kann nicht mehr nach Gefühl schärfen, sondern muss ständig seinen Kopf einschalten und dreht trotzdem ständig in die falsche Richtung. Ich hoffe, dass ich bald den Punkt erreicht habe, an dem ich zwischen beiden Prinzipien kopflich einfach hin und her switchen kann. Mit Follow Focus wird das Arbeiten dann wieder leichter.

Der Lichtaufwand ist bei Innendrehs ähnlich groß, wie bei normalen 16mm-Filmproduktionen. Bei größeren Räumen braucht man meistens schon größere Einheiten, damit Hintergründe nicht zu dunkel werden. Wir hatten als HMI-Licht zwei ARRI 2,5KW-Stufen dabei, eine 1,2KW-Stufe zwei 200W-Stufen und 4-Fuss-Kinoflos und waren so auch für Drehs in dunklen Räumen gewappnet. Wichtig ist, daß das Streulicht oder direktes Licht aus Scheinwerfern ordentlich ausgedeckt wird. Das Bild wird sonst schnell immens flau, viel ärger als bei 16mm.

Der Adapter selber schluckt gefühlsmäßig nicht mehr Licht, als das P+S Pendant. Das liegt primär daran, daß der Letus Extreme eine größere Mattscheibe besitzt, als der P+S Adapter. Dadurch muss ich mit der Kamera nicht so weit in das Bild einzoomen und verliere nicht kameraseitig so viel Blende. Bei einem Dreh in der U-Bahn lieh ich mir ein lichtstarkes Photoobjektiv-Set vom Digitalkameraverleih aus und hatte so auch ohne zusätzliches Licht noch genügend Helligkeit zum drehen. Eher meine HVX braucht viel Licht.


Schärfenkontrolle:

Die Schärfe über den eingebauten Sucher oder das Display der HVX zu kontrolliern ist über den Focus-Assist, der den mittleren Bildausschnitt vergrößert, zwar meistens möglich, aber äußerst mühsam. Besser ist da ein portabler HD-Screen oder ein umgebauter Profi-Sucher mit Bildröhre.

Soviel fürs Erste. Dieser Artikel wird in nächster Zeit noch ausgebaut, Beispielvideos folgen und sobald der Artikel fertig ist, wird man ihn als PDF herunterladen können. Über Fragen, Anmerkungen und evtl. Korrekturen würde ich mich freuen.

Sonntag, 27. Januar 2008

2. Test Frame Rate Hack - Autofahrt

Barbara, Constanze, ein Golf, meine HVX und ich unterwegs in Wien. Wie auch beim ersten Test mit zwei Bildern pro Sekunde gedreht mit einem Shutter von 350°.

Bild klicken und gucken.


Freitag, 25. Januar 2008

1. Test Frame Rate Hack - Wien bei Nacht

Habe den Frame Rate Hack, den Berry Green hier vorstellt, nun mal in einem kleinen Feldeinsatz getestet. So hat die Kamera die Bilder jeweils eine halbe Sekunde belichtet und jeweils zwei pro Sekunde aufgezeichnet. Sieht schön aus, finde ich.




Einfach auf das Bild klicken und schauen. Einen Ton gibt's leider nicht.
Hier kann mann den Frame Rate Hack als fertige Codeliste downloaden.

Sonntag, 20. Januar 2008

JETZT ONLINE - Der Blog zu unserem Spielfilm

Seit gestern ist der Blog zu unserem Spielfilm "Inside America" online, über den man im Laufe der nächsten Wochen mit vielen Photos, Making Of Videos und Geschichten unser Leben in Texas miterleben kann.

Photo klicken und verbunden werden.


Erstes Testfootage - HVX und Letus Extreme

Vorgestern ist er angekommen; mein brandneuer 35mm-Filmlook-Adapter... und ich jubel leise nach innen und laut pfeifend nach außen vor mich hin.

Diejenigen, die nicht wissen, was ein 35mm-Filmlook-Adapter sein soll, können in meiner Diplomarbeit "Der Wandel zum digitalen Kino" auf Seite 18 mehr erfahren, aber kurz gesagt erzeugt dieses klobige Dings, das vor die Kameralinse montiert wird, den Schärfeeindruck von Kinobildern.

Einen kleinen Zusammenschnitt gibt's hier als DIVX und weil mir zu Ohren gekommen ist, daß der Download nicht immer funktioniert hier als WMV und hier als Quicktime.




ACHTUNG: Bei Schmalbandleitungen kann es etwas dauern, bis der Download abgeschlossen ist, aber dann viel Spaß beim Schauen.

Die Linse vor dem Adapter ist übrigens ein 100mm Nikon Kleinbildobjektiv mit einer Mindestblende von 2.8

Freitag, 18. Januar 2008

FLIEGEN

Ich finde es noch immer ein bisschen irreal, wenn man in so einem Reisebus mit ein paar Flügeln dran und Düsen in 10000 Metern über der Erde schwebt, das trübe Nass einer Stadt unter sich lässt und sich wiederfindet in einer anderen Welt, über den Wolken.



... wo die Freiheit wohl grenzenlos ist :o)


Etwas spät, aber doch, allen ein wunderschönes Jahr 2008.

Montag, 24. Dezember 2007

Frohes Fest Euch allen

und viele schöne Momente, die es wert wären, sie zu filmen.
und viele schöne Geschenke...

Mittwoch, 12. Dezember 2007

Jahresrückblick

Ist es zu früh, am 12. Dezember schon das Jahr zurück zu blicken?

Hab grad ein bisschen Zeit und denke, eigentlich ist es der perfekte Zeitpunkt. Dann hat man noch genug Zeit um sich Gedanken über gute Vorsätze fürs nächste Jahr zu machen.

Mein Rechner spuckt grad die letzte Arbeit dieses Jahres aus, die Doku über die drei älteren Herrschaften aus Bregenz, über die ich hier bereits kurz gesprochen hab.

Also Rückblick in kurz:

Die Horoskope waren sich für dieses Jahr mal einig, was das Sternzeichen Jungfrau betraf; oooh, hieß es, 2007 ist gar kein gutes Jahr. Auf beruflichen Erfolg wartet man mal vergeblich, auch Liebe, da kuck mal besser im nächsten Jahreshoroskop nach, die Sterne stehen mal ganz schlecht für Jungfrauen in diesem Jahr.

Die ersten vier Monate waren da auch mal recht ruhig, Diplomarbeit schreiben und mit dem Rad die Donauinsel rauf und runterfahren...
und rauf und wieder runter.

Aber dann, seit Mitte April nennt man mich Herr Magister (. . . eigentlich nicht, aber man könnte... Zumindest kann ich es bei diversen Schreiben mal wichtig vor meinen Namen setzen für Respekt und mehr Geld und so). Zack, im Mai Gewerbe angemeldet, seit dem kann man mich sogar "Herr Mag. Art Filmproduktion Haake" nennen... ääh?

Mit Projekten ist es dieses Jahr Gott sei Dank ganz gut gelaufen, also so, daß ich mich über Wasser halte... und ja, es waren schöne Projekte. Schön heißt erlebnisreich und ohne seine Seele verkaufen zu müssen.

Erst im Mai, Juni die DVD für das Wiener Uhrenmuseum (hier kleiner Ausschnitt), bei dem ich den lieben Willi und den lieben Sebastian kennengelernt hab. War zwar echt ätzend, die ständigen Korrekturen, die sich durch Unstimmigkeiten in der Führungsetage dort ergeben haben, aber der Dreh war super und die Zusammenarbeit mit den beiden ebenfalls.
Ein kleiner und netter Dreh in Vorarlberg mit Wolfgang Speiser sorgte während der Postproduktion für ein wenig Abwechslung.

Dann der spontane, aber schöne Dreh für den Imagefilm in Sibirien. Sehr netter Regisseur, der Marcus Bernhard und sehr nette Menschen dort, die stolz auf die Vielfalt der verschiedenen Kulturen in ihrem Land sind, statt sich gegenseitig voneinander abzugrenzen... und die Landschaft rund um den Baikalsee ist atemberaubend, die Helikopterflüge waren Wahnsinn.

Dann zwischen Juli und September die Kameraarbeit für meinen ersten Spielfilm, auf die ich gewartet hab, seitdem ich 13 Jahre alt war. Ich denke, ein solches Gefühl erlebt man in seinem Leben nur einmal und schon jetzt blicke ich ein wenig wehmütig darauf zurück. In nächster Zeit startet unsere Website "Inside America", die mit ihrem Blog Constanze, Barbara und mich durch die Dreharbeiten begleitet (bisschen Eigenwerbung muss ja sein).

Und nun war da ja noch der Dreh in Bosnien (und die Sache mit der Liebe).

Habe dieses Jahr so viel Welt gesehen, wie noch in keinem anderen Jahr zuvor und das erste Mal den Duft der großen weiten Welt gespürt. Ich will mehr. Leider fehlt oft die Zeit, die ganzen Erlebnisse zu verarbeiten, alles huscht nur so an einem vorüber. Vielleicht finde ich nun in der Vorweihnachtszeit mal ein wenig Ruhe, fühle mich grad recht ausgelaugt und freue mich auf drei Wochen Ruhe, daheim im Ruhrpott bei Familie und Freunden, Samstag ist es so weit.

Etwas traurig werde ich, wenn ich darüber nachdenke, daß ich innerhalb der letzten Jahre so viele nette Menschen kennengelernt hab und einfach nicht in der Lage bin, den Kontakt aufrecht zu halten, so wie ich es eigentlich möchte. Befürchte, daß ich dadurch schon einige verletzt habe und hoffe, daß ich bald etwas mehr Zeit und Kraft finde, ein Privatleben zu führen.

... und rauchen aufhören wäre auch nicht schlecht.

Montag, 10. Dezember 2007

Noch ein Stück näher an die USA

Als wir unseren Spielfilm "Inside America" drehten, fand ich es erschreckend zu sehen, daß in den Schulen Wachpersonal eingesetzt wird, um für Sicherheit in den Schulen zu sorgen...

Und ich denke mir noch, Gott sei Dank ist das weit entfernt.

Und nun lese ich bei GMX folgenden Artikel, der von der dpa übernommen wurde:

Private Wachleute starten Einsatz an Schulen

Berlin (dpa) - Private Wachleute haben zum ersten Mal in Deutschland vor Schulen Stellung bezogen. Im Berliner Problembezirk Neukölln kontrollierten 20 Wachschützer einer Bielefelder Firma die Eingänge von 13 Schulen. Mit dem Einsatz soll für mehr Sicherheit an den Schulen gesorgt werden.


Wachschutz an Schulen in Berlin-Neuk?lln hat begonnen
Ein Wachmann kontrolliert im Berliner Problembezirk Neukölln am Schuleingang Schülerausweise.
© dpa

Immer wieder war es in der Vergangenheit zu Schlägereien und Pöbeleien gekommen. Unter den betroffenen Schulen ist auch die Rütli-Hauptschule, die im Frühjahr 2006 mit einem Hilferuf ihrer Lehrer für Schlagzeilen sorgte.

Der Wachschutz war gegen den Willen des Senats von Neuköllns Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) beauftragt worden. Anders könne die Sicherheit der Kinder nicht mehr ausreichend garantiert werden, begründete er den Einsatz.

Die Sicherheitsleute sollen während der Schulzeit dafür sorgen, dass keine fremden Jugendlichen oder Erwachsene auf das Schulgelände gelangen. In Ausnahmefällen werden auch Ausweise und Taschen kontrolliert. Lehrer und Schüler äußerten sich am Montagvormittag größtenteils positiv. Nach Angaben des Bezirks kam es an den 76 Neuköllner Schulen in den vergangenen zwei Jahren zu 53 schwerwiegenden Gewalttaten. Der Einsatz des Wachschutzes ist zunächst bis zum Sommer 2008 befristet und soll etwa 200 000 Euro kosten.


Oje, ist es wirklich schon so weit?

Freitag, 7. Dezember 2007

Zurück aus Raki-Land

Spannend war's in Bosnien-Herzegowina. Durch die in Vlasenica stationierten Eufor-Soldaten erhielten wir durch viele Besuche bei verschiedensten Menschen ein recht umfassendes Bild der dort lebenden Serben (russisch-orthodoxen Glaubens) und Bosniaken (muslimischen Glaubens), deren Geschichten, Lebensweisen, Unterschieden und Gemeinsamkeiten.

Raki trinkt man überall, anbei das nette Fläschchen unserer Gastgeber.

Mittwoch, 21. November 2007

BLOGPAUSE

Dieses Blog wird in den nächsten zwei Wochen vermutlich nur sporadisch aktualisiert, da ich in den nächsten zwei Wochen in Bosnien in der Nähe von Sarajevo eine Dokumentation über EUFOR-Soldaten, die dort in verschiedenen Dörfern stationiert sind, drehe. Wünscht doch Alina Tretinjak, Gailute Miksyte und mir Viel Glück.

Dankeschön und Alles Gute,
Christian

Sonntag, 18. November 2007

Kleiner Zeitlupentest

Folgende Aufnahme wurde mit der HVX mit 50 Bildern pro Sekunde aufgezeichnet und die Geschwindigkeit fließend mit der Time-remapping-Funktion in Adobe verändert. Schaut schön aus, finde ich. Falls DIVX installiert ist, einfach Photo anklicken, ansonsten gibts hier den DIVX-Player für PC und hier für Mac zum Download.



Viel Spaß.

Samstag, 17. November 2007

Mittwoch, 14. November 2007

TOTALE KONTROLLE?

Ich hab das hier in Österreich bisher ja gar nicht so mitbekommen;

Am 9. November hat der deutsche Bundestag mit 60 Prozent der Stimmen der "Neuregelung der Telekommunikationsüberwachung und anderer verdeckter Ermittlungsmaßnahmen sowie zur Umsetzung der Richtlinie 2006/24/EG; Drs. 16/5846 und 16/6979" zugestimmt.

Auf der Website Vorratsdatenspeicherung.de ist zu lesen:

"Nach einem Gesetz von CDU, CSU und SPD soll ab 2008 nachvollziehbar werden, wer mit wem in den letzten sechs Monaten per Telefon, Handy oder E-Mail in Verbindung gestanden oder das Internet genutzt hat. Bei Handy-Telefonaten und SMS soll auch der jeweilige Standort des Benutzers festgehalten werden. Anonymisierungsdienste sollen verboten werden.

Mit Hilfe der über die gesamte Bevölkerung gespeicherten Daten können Bewegungsprofile erstellt, geschäftliche Kontakte rekonstruiert und Freundschaftsbeziehungen identifiziert werden. Auch Rückschlüsse auf den Inhalt der Kommunikation, auf persönliche Interessen und die Lebenssituation der Kommunizierenden werden möglich. Zugriff auf die Daten sollen Polizei, Staatsanwaltschaft, Nachrichtendienste und ausländische Staaten erhalten, die sich davon eine verbesserte Strafverfolgung versprechen."

Ich fühle mich gar nicht wohl dabei und würde jedem in Deutschland lebenden vorschlagen, auch bei der Sammelklage des Arbeitskreises Vorratsdatenspeicherung mitzumachen. Näheres findet man auf der oben erwähnten Seite.

Geht im Prinzip so: Man meldet sich Online an, druckt sich den Vordruck der Verfassungsbeschwerde aus und sendet ihn an den zuständigen Rechtsanwalt Meinhard Starostik nach Berlin.

Es muß bis zum 24.12.07 eingereicht werden (Datum des Poststempels gilt).

Sonntag, 11. November 2007

Verlorene Tage

Das Gefühl ist komisch. Schneide nun seit einigen Wochen an einer Doku über drei ältere Geschwister, die noch einmal in ihrem Elternhaus zusammentreffen, um die Geschichte des Hauses und ihre eigenen Geschichten für die Nachkommen festzuhalten. 19 Stunden Material, das man praktisch auswendig lernen muß, um damit zu arbeiten, 1000de Verknüpfungspunkte und Möglichkeiten, einen Film daraus zu machen... und ich komme auf keine Idee, wie es funktionieren kann. Durch den Blick aus meinem Fenster verfolge ich, wie der Winter kommt und werde das Gefühl nicht los, daß die letzten Tage verloren sind, neuer Input fehlt.

Heute fiel der erste Schnee in Wien und man konnte zuschauen, wie er wieder schmolz, das Ereignis des Tages.